Szenarien und Daten

Transformationsmodelle

Die notwendigen CO2-Reduktionsziele kรถnnen grundsรคtzlich auf unterschiedliche Art und Weise erreicht werden, z.B. durch Konsumverzicht oder den Umstieg auf CO2-freie technische Alternativen. Die nachfolgend verwendeten Transformations-Szenarien basieren nicht primรคr auf grรถsseren „persรถnlichen Einschrรคnkungen“, da eine breite gesellschaftliche Akzeptanz dazu nicht sichtbar ist und damit eine Umsetzung bis 2050 in Frage gestellt wรคre. Primรคr steht daher die CO2-Vermeidung durch alternative Technologien, Produkte, Verfahren etc. im Vordergrund.
Eine entsprechende Transformation der Gesellschaft unter Anwendung neuer Technologien folgt eigenen Gesetzmรคssigkeiten. Wir kรถnnen diese Transformation zu einer treibhausgasfreien Gesellschaft nicht mit „klassischen“ Umweltschutzmassnahmen, wie z.B. der Klรคrung der Abwรคsser, vergleichen. Solche Massnahmen folgen meistens dem Prinzip des Grenznutzens, d.h. die Massnahmen werden mit der Zeit immer aufwรคndiger und der Nutzen nimmt ab.

In vielen Fรคllen, wie z.B. dem „Umbau“ der fossilen Personenwagen zu erneuerbaren Antrieben oder der grรผnen Stromproduktion, geht es um eine industrielle Transformation. D.h. Geldstrรถme fรผr Forschung, Produktion und Verteilung werden von fossilen und nuklearen Energietrรคgern auf neue Techniken und Energietrรคger รผbertragen. Die Einfรผhrung neuer Produkte folgt dabei meist einem typischen Muster (siehe Fig. 1 Produktlebenszyklen). Der Zyklus fรผr fossil angetriebene Fahrzeuge befindet sich aktuell z.B. in der Phase „Verfall“, erneuerbare Antriebe in der „Einfรผhrungs-/Wachstumsphase“.

Fig. 1 Produktlebenszyklus, Bildquelle: https://www.business-wissen.de/produkt/7093/produktlebenszyklus-planen/

Bei der Einfรผhrung erneuerbarer Antriebe geht es also um das Wachstum neuer Technologien und Dienstleistungen. D.h. wir gehen am Anfang von mehr oder weniger konstanten prozentualen Wachstumsraten der neuen Antriebe pro Jahr aus, was schlussendlich einem exponentiellen Wachstum (Zinseszins!) entspricht. Diese anfรคnglichen Wachstumseffekte kommen uns in der Transformation entgegen, sie werden dafรผr sorgen, dass die Kosten mit der Zeit sinken und die neuen Techniken sich immer schneller ausbreiten. Gegen Ende der Transformation mรผssen die Wachstumsraten der neuen Techniken dann wieder fallen und sich bei einer oberen Grenze stabilisieren. Einfรผhrung, Wachstum und Reife werden mehr oder weniger einem logistischen Wachstum (siehe Figur 2) folgen. Als direkte Folge davon wird die zu ersetzende Technologie anhand der Kurve einer „logistischen Abnahme“ modelliert.

Fig. 2 Wachstumsfunktionen

Beispielhaft sei hier auf das untenstehende „Szenario_Personenwagen“ verwiesen. Dort wird das zugrunde liegende Modell (siehe dazu Figur 3) erklรคrt. Dabei handelt es sich um ein Rekursionsmodell, d.h. fรผr mehrere Parameter wie Wachstumsraten, aktuelle Fahrzeugbestรคnde, dem Ersatz von alten Fahrzeugen fรผr fossile und erneuerbare Personenwagen etc. werden mathematisch die Verรคnderungen von einer Messperiode zur nรคchsten berechnet.

Fig. 3 Modell zur Verรคnderung der Fahrzeugbestรคnde

Siehe dazu auch den Blogbeitrag ร–konomie verleiht CO2 Netto-Null Flรผgel.

Szenario Personenwagen

Modell fรผr die Entwicklung der erneuerbaren Personenwagen bis 2050

Allgemeine Bemerkungen:

– Das Modell der Soll-Entwicklung der erneuerbaren Personenwagen wurde so gerechnet, dass mรถglichst die „natรผrlichen“ Abgรคnge (Ersatz) der fossilen Personenwagen fรผr den Umbau ausgenutzt werden kรถnnen, d.h. fossile Fahrzeuge nicht vorzeitig aus dem Verkehr genommen werden mรผssen. Wichtig dabei ist, dass die ersetzten fossilen Fahrzeuge tatsรคchlich aus dem Verkehr genommen werden. (Nicht berรผcksichtig wurde im Modell, dass die bei uns aus dem Verkehr genommenen Fahrzeige aktuell zu ca. 60% in anderen Lรคndern wieder auf dem Markt erscheinen…)

– Es wurde davon ausgegangen, dass der Individualverkehr nicht weiter zu nimmt, d.h. allfรคlliger Mehrverkehr durch ร–V und Velo aufgefangen werden.
Die Modellrechnung basieren nicht auf dem tatsรคchlichen CO2 Ausstoss, sondern auf der Anzahl der Personenwagen. Es wurde davon ausgegangen, dass die die bestehende Flotte der fossilen Personenwagen den CO2 Ausstoss stabilisiert, d.h. dass die gefahrenen Kilometer pro Personenwagen nicht zunimmt!

– Im Jahr 2019 machen Hybride Fahrzeuge und andere (in der Statistik des Bundes nicht nรคher beschriebene) Antriebe ca. 2.5 % der Personenwagen aus. Da insb. die Hybriden lรคngerfristig keinen substantiellen Beitrag fรผr die Umsetzung der Klimaziele liefern werden, und die Zahlen rel. klein sind, wurden diese den Fossilen zugerechnet.

– Unter dem Aspekt „erneuerbar“ wurden im Szenario ab 2020 primรคr Elektro-Autos modelliert. Es kann aber durchaus sein, dass in 5-10 Jahren z.B. der Wasserstoffantrieb oder andere synthetische Treibstoffe eine wesentlich grรถssere Rolle spielt. Dies spielt aber fรผr unsere Betrachtung keine Rolle. Wir wollen aufzeigen, welche Auswirkung eine Umstellung gemรคss den Klimazielen auf die Entwicklung der Zahlen haben und ob eine solche Transformation umsetzbar ist (Wachstumsraten). Wir wollen (bewusst) keine Aussage darรผber machen, welches die รถkologisch beste Lรถsung darstellt. Bemerkung: Aktuell enthalten die Daten vom Bund teilweise nur eine Rubrik „Elektro“, dies dรผrfte sich mit der Zeit รคndern.

– Natรผrlich sind Elektro-Autos nur dann sinnvoll (im Sinne der Klimaziele), wenn dazu grรผner Strom verwendet wird! Analoges gilt fรผr die graue Energie, welche insb. fรผr die Produktion der Batterien gebraucht wird. Auch diese muss CO2 frei sein. Dazu braucht es zusรคtzliche Anstrengungen, insb. auch beim Recycling von Batterien.

– Es gibt fรผr Treibhausgase ein offizielles Zwischenziel fรผr 2030: 50% Absenkung gegenรผber 2019. Da der CO2 Ausstoss im Strassenverkehr von 1990 bis 2020 nur um wenige Prozent angestiegen ist, kรถnnte man fรผr den Personenverkehr ableiten: ca. 1/2 der fossilen Personenwagen von 2020 sollten 2030 umgestellt sein. Dieses Ziel wird mit dem obigen Szenario nicht eingehalten. Als „Kompensation“ ist der Umbau bereits 2045 abgeschlossen.

Das Modell

Das Modell wurde im Tool PowerSim gerechnet. Details auf Anfrage.

Auszug aus dem Modell :

Diagramm einer Simulation in zwei Phasen zur Fahrzeugproduktion und -ersatz, zeigt Parameter wie Ersatzrate, Neuwagenanteil und Personenzahl.

Das wesentliche Simulationsresultat:

Diagramm mit zwei Kurven, die die Anzahl der Fahrzeuge (in Millionen) in Abhรคngigkeit von der Personenzahl darstellen. Die rote Kurve zeigt die Entwicklung der Personenzahl e, wรคhrend die grรผne Kurve die Personenzahl f darstellt.
Datensรคtze & History

Am 4.3.2026 wurde das Monitoring vollstรคndig รผberarbeitet und auf eine neue Datenbasis gestellt:


4.3.2026 Neue Version 2.0 des Monitorings, Datei: „Daten CO2Monitoring 2-01.xlsx“

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