Feinstaubalarm in Bangkok

Autor: Jรถrg Hofstetter

Anfang 2026 in Bangkok, im Taxi vom Flughafen zum Hotel, erhalte ich eine kryptische Warnungsmeldung auf dem Handy. Dank รœbersetzungstool erfahre ich: Es handelte sich um eine Feinstaubalarmierung (PM2.5) mit der Aufforderung, draussen eine Atemschutzmaske zu tragen. Was ein Grossteil der Thais, die lรคnger draussen sind, auch tun (von den Touristen will ich mal nicht sprechen).

Wer Bangkok von frรผher kennt, weiss, dass die Luftqualitรคt schrecklich war. Sicht- und riechbarer Russ lag in der Luft. Dies hat sich massiv gebessert, insbesondere wegen besserer Auto-Motoren und weniger Tuk-Tuks.
Wie aber obiger Alarm eindrรผcklich zeigt, liegt das Problem heute bei besonderen Wetterlagen beim Feinstaub. Kleinste, unsichtbare Teile, die tief in die Lungen eindringen kรถnnen. Und diese stammen in grossem Masse aus dem Verkehr (und anderen Verbrennungsprozessen).

Dank der Elektroautos sind wir im Jahr 2026 fรผr die Fortbewegung glรผcklicherweise nicht mehr auf die Verbrennung fossiler Brennstoffe angewiesen. Nicht nur wird bei der Elektromobilitรคt weniger COโ‚‚ ausgestossen, was dem Klima nรผtzt, auch der Feinstaub wird massiv reduziert, was speziell den Bewohnern und Bewohnerinnen in Bangkok direkt zugutekommt, aber auch den Touristen.

Sieht man in Bangkok bereits E-Autos im tรคglichen Verkehr? Erste Ansรคtze in Richtung Elektrifizierung sind sichtbar. Etwas Recherche zeigt, dass es ernsthafte Bemรผhungen der Regierung in diese Richtung gibt:

  • Busse: Bangkok plant, ca. 1500 Elektro-Busse einzusetzen
  • Vermehrt sieht man elektrische Boote als รถffentliche Fรคhren
  • Der Marktanteil von E-Autos ist am Wachsen, der Anteil bei Neuwagen liegt aktuell bei ca. 20 %, also รคhnlich wie in der Schweiz (25 %).

Sich von der Verbrennung von Erdรถl zu verabschieden, ist also nicht nur gut fรผr das Klima, es ist auch gut fรผr die Luftqualitรคt (Feinstaub). Zudem mรผssen weniger Devisenreserven fรผr den Import von fossilen Brennstoffen ausgegeben werden.
Generell wird die Elektrifizierung fรผr Schwellenlรคnder immer interessanter. Der Energie-Think-Tank Ember hat dazu eine interessante Studie publiziert: The electric fast-track for emerging markets. Manche Lรคnder scheinen beim Ausbau ihrer Energie- und Verkehrs-Infrastruktur den Umweg รผber die fossilen Treibstoffe auszulassen und direkt den Weg (Fast-Track) in die Elektrifizierung zu wรคhlen.

Dazu passt auch, dass ร„thiopien Verbrenner-Autos verbannt hat.

Doch zurรผck zu Thailand: Elektroautos alleine genรผgen nicht, auch die Stromproduktion muss nachhaltig werden. Wie steht es damit in Thailand? Auch da passiert etwas, es gibt konkrete Plรคne fรผr den Ausbau der erneuerbaren Produktion. Einmalig sind dabei die Projekte mit schwimmenden Solarkraftwerken. Auch interessant: Der Nachbar Laos versucht sich gerade รผber den Bau grosser Wasserkraftwerke als โ€œBatterie Sรผdostasiensโ€ zu positionieren, Thailand bezieht bereits Strom aus dieser Quelle (und China finanziert es).

Das heisst nicht, dass bereits alles paletti ist. Z.B. muss das Stromnetz in der Stadt noch ausgebaut werden, um mit den zunehmenden Ladestationen wirklich umgehen zu kรถnnen. Aber immerhin sind entsprechende Entwicklungen im Gange. โ€“ Die Behauptung aus Europa, wir wรคren die Einzigen, die etwas fรผr den Klimaschutz tun, nervt.


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