20.8.2026, Jรถrg Hofstetter —
Kann die Schweiz ihre Stromversorgung im Winter komplett aus erneuerbaren Energien sichern? Ja โ unser neustes Stromszenario zeigt, wie es gelingen kann.
Im Frรผhjahr 2026 stellte die Axpo im Rahmen der ยซAxpo Energy Reportsยป eine neue Studie zur Schweizer Stromversorgung 2050 vor. Darin analysiert der Energiekonzern den kรผnftigen Strombedarf โ mit Fokus auf das kritische Winterhalbjahr. Dabei wurden zwei Szenarien fรผr die konkrete Umsetzung vorgestellt. Beide gehen vom schrittweisen Abschalten der bestehenden AKWs und einem nur leichten Ausbau der Wasserkraft aus. Sie setzen zwar grundsรคtzlich auf Photovoltaik und Windenergie, benรถtigen fรผr die Winterversorgung jedoch Backups: Wรคhrend ein Szenario auf neue AKWs baut, setzt das andere auf Gaskraftwerke โ bei denen die Herausforderung vor allem in einem bezahlbaren, COโ-neutralen Betrieb liegt.
Wir haben die Studien vertieft analysiert und auf Basis der Daten der Axpo ein eigenes, aus unserer Sicht fehlendes Szenario errechnet: ยซErneuerbare Ausgewogenยป. Es zeigt einen Pfad auf, der rein auf erneuerbarer Stromproduktion basiert โ ganz ohne den Einsatz neuer Gaskraftwerke oder AKWs. Gleichzeitig berรผcksichtigt unser Modell Obergrenzen fรผr Stromimporte und kalkuliert die Vorbehalte gegenรผber dem Ausbau der Windkraft mit ein.

Fig. 1 Vergleich der Szenarien ยซAxpo Erneuerbare + Gasยป mit dem Szenario ยซErneuerbare Ausgewogenยป im Jahr 2050
Die gute Nachricht vorweg: Der Winterbedarf lรคsst sich so vollstรคndig decken โ und das zu absolut vergleichbaren Kosten!
Wie geht das? Dank eines massiven Ausbaus von PV und Wind. Wird der PV- und Wind-Ausbau fรผr den Winter optimiert, fรผhrt das im Sommer zu einer entsprechenden รberproduktion. Technisch ist eine entsprechende Abregelung kein Problem, aber es wรคre natรผrlich sinnvoll, wenn wir diesen Strom in Zukunft auch nutzen kรถnnten, z.B. fรผr Klimaanlagen in Altersheimen.
Die grรถsste Hรผrde bei „Erneuerbare Ausgewogen“ stellt damit das Ausbau-Tempo dar. Photovoltaik und insbesondere die Windkraft mรผssen dazu entsprechend ausgebaut werden. Dabei reichen die aktuellen Ausbauraten nicht aus.
Das neue Szenario durften wir bereits dem Vorstand des Vereins energie-wende-ja prรคsentieren. Im kontinuierlichen Austausch werden wir die nรถtigen Umsetzungsschritte fรผr ein erneuerbares Szenario nun weiter konkretisieren.
Details zum Szenario ยซErneuerbare Ausgewogenยป hier.
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Bravo, das ist eine beruhigende Meldung! Es wรคre schรถn, wenn BR Rรถsti und das BFE diese Studie auch zur Kennenis nehmen wรผrden, aber scheinbar sind sie nicht wirklich technologie-offen, sondern AKW Fans auf Biegen und Brechen.
Vermutlich braucht es da nach gewonnener Volksabstimmung ein paar personelle Wechsel damit die Schweiz sich endlich zielstrebig fit machen kann fรผr eine gute Zukunft mit Erneuerbaren und finanziell tragbarer Versorgungssicherheit.