Wรคrmepumpen und Elektroautos, betrieben mit CO2 freiem Strom, sind wesentliche Elemente auf dem Weg zu CO2 Netto-Null. Da diese Strom-Technologien aus physikalischen Grรผnden viel effizienter als Verbrennungsprozesse sind, werden wir neben einer grossen CO2 Einsparung auch weniger Primรคrenergie brauchen.
Die technische Nutzung von Strom und Verbrennungsmotoren sind beide ungefรคhr Mitte 19. Jahrhundert aufgetaucht. Wรคhrend der Verbrennungsmotor bald aussterben dรผrfte, hat Strom damit eine grosse Zukunft vor sich und in der Folge wird der Stromverbrauch markant ansteigen.
Die obige Grafik zeigt, wozu der produzierte Strom in der Schweiz bis 2022 verwendet wurde [1]. Interessant die zukรผnftige Entwicklung [2] ab 2023. Die schwarze Linie („Total Soll“) zeigt den entsprechenden Anstieg des gesamten Stromverbrauchs, wobei das grรถsste Wachstum zwischen 2030 und 2040 erfolgt.
Fรผr e-Mobilitรคt und Wรคrme (Wรคrmepumpen) ist eine mรถgliche zukรผnftige Entwicklung aufgefรผhrt. Diese beiden Bereiche sind fast fรผr das gesamte Strom-Wachstum verantwortlich.
Bemerkung: Obwohl in der obiger Grafik nicht ersichtlich aber eingerechnet, gibt es auch schrumpfende Bereiche. Etwa der Verbrauch fรผr Elektroheizungen und die Umsetzung von Effizienzmassnahmen.
Der aufgefรผhrte Stromverbrauch eMobilitรคt umfasst den zusรคtzlich fรผr die eMobilitรคt benรถtigte Strom ohne Berรผcksichtigung der Einsparungen bei der Erdรถlraffinerie [3]. Einsparungen/Effizienzgewinne wurden im verwendeten Modell grundsรคtzlich im „restlichen“ Verbrauch eingerechnet.
Der lineare Trend (schwarz gestrichelt), der aus dem Verbrauch der Jahre 2017-2022 errechnet wurde, zeigt aktuell nach unten. Auf den ersten Blick eine positive Tendenz. Aber diese zeigt auch, dass die neuen Technologien Wรคrmepumpen und e-Mobilitรคt noch nicht im gewรผnschten Masse ausgebaut wurden. Hier dรผrfte es in den nรคchsten Jahren (hoffentlich) eine รnderung geben. Es wird also interessant sein, diese Kurve weiter zu verfolgen.
Die fรผr das CO2 Monitoring co2nettonull.com verwendeten Zukunftsszenarien berรผcksichtigen die oben aufgezeigten Wachstumsraten des Stromverbrauchs. Im Wesentlichen sind nur zwei Technologien bekannt, die fรผr die Zielerreichung der Stromproduktion genรผgend rasch ausgebaut werden kรถnnen: Photovoltaik (PV) und Windenergie. Kritisch dรผrfte dabei die Winterstrom-Produktion sein, was Speicher, Alpine-PV und Windenergie verlangt. Um den Umbau „realistischer“ (Kosten und Landschaftsschutz) zu gestalten, gehen die verwendeten Szenarien von einer Laufzeit der bestehenden Kernkraftwerken von 60 Jahren statt 50 Jahren aus.
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[1] Bundesamt fรผr Energie BfE, https://www.bfe.admin.ch/bfe/de/home/versorgung/statistik-und-geodaten/energiestatistiken/energieverbrauch-nach-verwendungszweck.html
[2] VSE, Energiezukunft 2050, Szenario „defensiv-isoliert“, https://www.strom.ch/de/energiezukunft-2050/download
[3] Die Bemerkung zur Bedeutung des Stromverbrauchs fรผr eMobilitรคt wurde anhand einer Diskussion auf Linkedin nachtrรคglich eingefรผgt.
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Ich bin mit den Aussagen im Artikel sehr einverstanden. Die wesentlichen Fakten sind auf den Punkt gebracht. Auch andere (Gunzinger, Grossen, Nordmann, …) kommen zum รคhnlichen Ergebnis, dass etwa 80 bis 100 TWh/a nรถtig sein werden. Und wir haben etwas Zeit, diese zuzubauen, sollten aber einen Zahn zulegen.
Trotzdem wรคre es noch interessant, den Energieverbrauch als Ganzes zu quantifizieren. Dieser wird nรคmlich deutlich zurรผckgehen, wegen der erwรคhnten besseren Gesamteffizienz. Aber um wieviel? Nach meinen รberlegungen um mindesten einen Drittel.
Der CO2-Ausstoss wรผrde sich alleine durch eine 100%ige Elektrifizierung des Verkehrs und den Heizungen um 75% reduzieren.
Und das alles ohne Komforteinbussen!
Richtig, der Energieverbrauch nimmt wegen der hรถheren Effizienz ab, siehe dazu den Blogbeitrag
https://co2nettonull.com/2023/11/10/big-picture-energiewende-ch/
(Basiert auf vergleichbaren Quellen)