Lösung gegen Winterstromlücke

Autor: Jörg Hofstetter —

Seit über fünf Jahren liefert unser CO2-Monitoring fundierte Einblicke in den Stand des Klimaschutzes in der Schweiz. Jetzt haben wir das Tool grundlegend modernisiert: Durch die Umstellung auf monatliche Produktionsdaten bieten wir ab sofort eine deutlich höhere Aktualität. Ein besonderes Highlight: Die neuen Daten liefern wertvolle Erkenntnisse darüber, wie wir der Winterstromlücke effektiv begegnen können. Überzeugen Sie sich selbst von den übersichtlicheren und intuitiv gestalteten Auswertungen.

Ich habe bei der Arbeit mit den monatlichen Werten die Daten von Wind- und Photovoltaik-Anlagen [1]Quelle: Swiss Energy Charts in einer einzigen Grafik zusammengeführt. Das Ergebnis ist beeindruckend: Man erkennt auf den ersten Blick, wie perfekt sich Wind und Sonne über das Jahr ergänzen, und so eine stabilere Stromerzeugung gewährleisten. Um diesen Effekte noch besser sichtbar zu machen, habe ich die aktuell geringe Windstrom-Produktion proportional so hochgerechnet, dass sie 25 % der PV-Menge von 2024 entspricht. Ein durchaus realistischer Ansatz, entspricht doch die daraus resultierende Windproduktion etwa 65 % des offiziellen Ausbauziels des Bundesrates für 2030.

Grafik zur realen PV-Produktion in der Schweiz mit hochgerechnetem Windausbau, dargestellt in GWh von Januar 2016 bis Mai 2024. Wichtige Datenpunkte sind WindBoost, PV und Windausbau.

Die obige Entwicklung über die Jahre 2016 bis 2024 zeigt eindrücklich die ideale saisonale Ergänzung von PV und Wind:

Während die Photovoltaik (gelb) im Winter witterungsbedingt weniger liefert, erreicht die Windkraft (blau) dann ihre Höchstwerte.

Diese winterliche „Wind-Boost-Phase“, in welcher die Windproduktion die PV-Produktion übertrifft, wurde rot markiert. Dabei zeigt die Balkenhöhe an, um wieviel die Windproduktion die PV-Produktion in diesen Monate übersteigt (Differenz).

Obwohl der Windanteil in diesem Szenario nur 25 % der PV-Menge ausmacht, tritt dieser Wind-Boost fast durchgehend von Oktober/November bis Januar/Februar auf!
Das ist strategisch entscheidend: Genau in dieser Zeit werden unsere Speicherseen kontinuierlich entleert, um den Winterstrombedarf zu decken. Der Wind-Boost schont damit direkt unsere Speichersee-Reserven. Dabei muss der Wind-Boost nicht jede PV-Lücke sofort decken. So fällt z.B. in der Grafik auf, dass Ende 2019 ein PV-Minimum auf ein Wind-Minimum fällt. Diesen Monat können aber unsere Speicherseen dank ihrer Puffer-Möglichkeit problemlos ausgleichen, und der nachfolgende „Wind-Boost“ dazu führt, dass Speicher-Wasser entsprechend zurück gehalten werden kann.

Fazit: Das Zusammenspiel von Wind, Solar und Wasserkraft ist ein energetisches „Dream-Team“ – fast wie ein Sechser im Lotto. Umso unverständlicher ist es, dass die Schweiz diesen Standortvorteil bisher kaum ausspielt, wie die aktuellen Auswertungen des Klima-Monitorings für die Wind-Produktion deutlich zeigen.

Anmerkungen

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1 Quelle: Swiss Energy Charts

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2 thoughts on “Lösung gegen Winterstromlücke

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  1. Lieber Jörg

    Danke für deine Bemühungen. Ich habe es erhalten, ganz regulär, auch das vom Februar und freue mich auf die Lekture. Aufgrund des Absendertitels hatte ich nicht an dich/euch gedacht im Februar sondern es als Werbung oder ähnlich übersehen.

    Mit freundlichen Grüssen

    Karin Lüthi-Gantenbein

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